Obstverarbeitung,  Saft machen

Apfelsaft mit dem Dampfentsafter

Unsere neueste Errungenschaft ist ein Dampfentsafter aus Edelstahl.

Eigentlich wollten wir nur mal probieren wie es ist den eigenen Apfelsaft herzustellen.
Um so überraschter waren wir, als wir neben dem Apfelsaft auch direkt Apfelkompott, mehr oder weniger als Abfallprodukt, mit erstellt haben. Herrlich!

Alles fing natürlich mit unserem Garten und den vielen Obstbäumen an. Wir haben aktuell ende Juli und die ersten Äpfel fallen von unseren drei Apfelbäumen.
Da ende Juli normalerweise nicht unbedingt eine Garantie für reifes Obst ist sind die Äpfel noch alle recht unreif und ungenießbar. Was macht man aber nun mit unreifen Äpfeln?

Fallobst

Da der normale Verzehr in der Regel zu Bauchschmerzen führt und wir auch nicht alles auf unsere Komposthaufen verteilen wollten musste eine Lösung her. Nach einer kleinen Recherche sind wir dann auf die Idee gekommen Saft darauf herzustellen. Also haben waren wir für kleines Geld einen Dampfentsafter gekauft.

Nun aber zum eigentlichen Ablauf des Ganzen

Als erstes natürlich mal Obst sammeln. Wir haben unsere Äpfel in zwei Kategorien unterteilt. Genießbar und natürlich ungenießbar. Als Genießbar haben wir alle Äpfel gewertet, welche noch nicht angefressen oder als Wurmhotel genutzt wurden. Das ist bei Fallobst natürlich eher öfter der Fall. So haben wir auf eine Schubkarre ungenießbare Äpfel gerade mal 1-2 Eimer genießbare sammeln können. Aber immerhin.

Hier einmal der Vergleich 😉

Vorbereitung

Soweit so gut. Die Eimeräpfel haben wir dann in die Küche gebracht und dort einmal grob durchgewaschen.

Dampfentsafter

Dann natürlich den Dampfentsafter vorbereiten bzw. bereitstellen, denn vorbereiten muss man hier eigentlich nichts. Wir haben uns einen sehr günstigen (etwa 30€) und einfach gehaltenen Entsafter angeschafft. Neben dem Entsafter benötigt man noch ein Küchenmesser zum kleinschneiden des Obstes und wir haben noch zusätzlich ein Küchensieb und einen Löffel dabei für den Apfelkompott.

Dampfentsafter

Wie funktioniert eigentlich ein Dampfentsafter? Das Prinzip ist wirklich einfach. Der Entsafter besteht aus drei unterschiedlichen Töpfen. Welche in einander gesteckt werden. Im untersten Topf wird normales Leitungswasser gefüllt. Darüber kommt der Auffangtopf. Dieser hat einen Auslauf für einen Zapfhahn oder in unserem Fall für den Schlauch mittig im Bild. Als oberster Topf wird der Siebtopf mit Deckel gesteckt.

Das zu entsaftende Obst wird in den Siebtopf gegeben. Und das ganze wird dann so auf die Herdplatte gestellt. Das Wasser im unteren Topf erhitzt sich und durch den aufsteigenden Wasserdampf wird das Obst bearbeitet und matsche. Die austretende Flüssigkeit wird dann im mittleren Topf aufgefangen und kann bei bedarf über den Schlauch abgezapft werden. Soweit die Dampfentsafter Funktion.

Ein einfaches Prinzip und durch die starke Erhitzung auch gleichzeitig eine Haltbarmachung des Saftes. Wie lange das nun wirklich hält werden wir bei Zeiten nachtragen.

Äpfel schneiden

Nun der langweiligste und längste Arbeitsschritt. Das Schneiden der Äpfel. Hierbei ist darauf zu achten das Kitschen weggeschnitten werden, da diese die Haltbarkeit nachteilig beeinflussen. Theoretisch könnte man auch den ganzen Apfel einfach reinlegen und Deckel drauf. Wie gesagt, durch die Kitschen müsste der Saft schneller verzehrt werden und ein weiterer Nachteil der Schnell Schnell Methode ist der schlecht ausgenutzte Platz im Siebkorb. Ganze Äpfel nehmen viel mehr Platz weg als klein geschnittene.

Wir haben also die Äpfel vorher mühselig klein geschnitten und von Kitschen und Gehäuse befreit. Erst halbieren, dann vierteln und vom Unrat befreien und den Rest dann nochmal halbieren.

Schnittbild

Das Ganze so lange durchführen biss der Topf randvoll ist.

Das hier reicht natürlich nicht 😉

Obst schneiden

Was mit den Resten machen?

Bei dieser Aktion kam natürlich eine Menge an Kompostmüll zusammen. Also die ganzen Kitschen und Kerngehäuse. Theoretisch kann man diese einfach auf seinen Komposthaufen entsorgen. Es gibt aber auch eine ähnliche Alternative die wir sehr viel besser finden. Wir haben für unsere Küchenabfälle den Bokashi-Eimer entdeckt. Eine praktische kleine Erfindung aus Fernost in welcher die Küchenabfälle fermentiert werden.

Wer dazu mehr erfahren möchte und vor allem was man dann alles damit machen kann der Klicke auf unseren Blogbeitrag „mein Bokashi-Eimer“ ;-),

Bokashi-Eimer

Der Kochprozess

Nun ist alles soweit fertig und unsere Äpfel durften anfangen zu kochen. Das ganze dauert eine Weile. Wir haben sie erstmal so etwa eine Stunde vor sich herknöcheln lassen. Welche Einstellung da am Herd die Beste ist können wir nicht genau sagen. bei Unserem Herd haben wir auf volle Leistung gestellt und das hat prima geklappt.

Auch wenn das nun eine Stunde dauern mag so sollte man doch hin und wieder mal nach dem Rechten schauen. Wichtig sind hier zwei Punkte. Zum einen sollte der Saft im Auffangtopf nicht überhand nehmen, also zur Not zwischenzeitlich abzapfen, und zum anderen muss im untersten Topf immer Wasser sein um den Wasserdampf zu produzieren. Also immer mal schauen.

Bei uns hat alles soweit super geklappt und wir haben dann zum ende hin so etwa einen halben Liter Saft abgezapft. Diesen haben wir oben nochmal über die Äpfel gegossen und nochmal ein wenig Köcheln lassen. So konnten wir noch etwas mehr Geschmack in den Saft bringen.

Vorbereitung zum Abfüllen des Saftes

Ganz wichtig ist ein verschließbarer Behälter. Wir haben dafür erstmal leere Sprudelflaschen genommen. Bevor aber nun der Saft darin abgefüllt werden darf muss das Gefäß gründlich abgekocht werden. In der Regel reicht es die Flasche ein paar Minuten in kochendem Wasser zu baden.

Flaschen abkochen

Wir haben dies mit unserem Wasserkocher realisiert und die Flaschen mit dem aufgekochten Wasser gefüllt. Danach folgte die Abfüllung. Hierbei immer schön vorsichtig sein, da die Flaschen noch immer super heiß sein sollten.

Wir haben uns vor den Ofen ein kleines Höckerchen gestellt auf welchem dann die Wasserflasche gestellt werden kann. Am Schlauch ist in der Regel eine Art Absperrvorrichtung. Diese einfach zusammendrücken und schon ist der Schlauch offen und der kostbare Saft kann abgefüllt werden.

Saft abfüllen

Durch loslassen der Sperrvorrichtung wird der Schlauch wieder abgeknickt. Wir raten das Abfüllen zu zweit durchzuführen, da man so ohne Probleme den gesamten Topf auch mal leicht kippen kann ohne den Schlauch los zulassen um die letzten Tropfen rauszuholen 😉

Apfelkompott

Da ist nun aber noch so viel über, nämlich der ganze Siebtopf ist voll mit weichen Äpfeln. Wir haben uns dann unser Küchensieb genommen und die Äpfel mittels Löffel durchgedrückt. Als Ergebnis hatten wir einen ich sag mal samtweichen Kompost wie aus dem Laden.

Fazit

Wir haben uns riesig gefreut, denn eigentlich war, bis auf das Schälen, die Arbeit ein klacks. Das Ergebnis kann sich unserer Meinung nach auch sehen lassen und wir werden in den nächsten Tagen bestimmt noch sehr viel mehr verarbeiten. Unsere Apfelbäume sind ja schließlich noch rappel voll. Bis hierher bedanken wir uns für Eure Aufmerksamkeit und freuen uns, wenn der ein oder andere es uns nachmacht. Hinterlasst gerne ein Kommentar wie es bei Euch gelaufen ist.

Unser Ergebnis nach dem ersten Durchlauf
4,5 Flaschen Apfelsaft und ich sag mal mehrere Einmachgläser mit Kompott. Lecker!

Apfelkompott

Für alle die noch keinen Dampfentsafter haben habe ich hier mal 3 Modelle auf Amazon rausgesucht die meines Erachtens ein guter Start sind.

2 Kommentare

  • Brombeere

    Hallo Martin,

    toller und sehr informativer Beitrag.
    Ich werde das auch mal ausprobieren.
    Kann man mit dem Dampfentsafter denn auch andere Säfte herstellen? Und wie lange ist die Garzeit dann?
    Vielleicht habt ihr da schon Erfahrungen gemacht.

    Ganz liebe Grüße

    • Martin

      Hallo Brombeere,

      Schöner Name 😉
      Mit einem Dampfentsafter kann man theoretisch so ziemlich jedes heimische Obst zu Saft umwandeln. Getestet haben wir das noch nicht, aber wir werden darüber berichten sobald wir das nächste Obst versuchen.

      Lieben Gruß
      Martin

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